• Max Cancola

LADUNGSDIEBSTAHL KOSTET WIRTSCHAFT JÄHRLICH 2,2 MILLIARDEN EURO

Die „Arbeitsgemeinschaft Diebstahlprävention in Güterverkehr und Logistik“ warnt in einem aktuellen Papier vor den Schäden durch Ladungsdiebstahl. Die beteiligten Wirtschaftsverbände, darunter die internationale Transportsicherheitsvereinigung Tapa und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), haben das Ausmaß für Deutschland berechnet. Ergebnis: Der volkswirtschaftliche Schaden beträgt jährlich 2,2 Mrd. EUR. Die Zahl bezieht sich auf das Jahr 2016.


Den Wert der gestohlenen Güter beziffert die Arbeitsgemeinschaft auf 1,3 Mrd. EUR. Weitere Schäden in Höhe von 900 Mio. EUR entstünden durch Konventionalstrafen für Lieferverzögerungen, Reparaturkosten sowie Umsatzeinbußen und Produktionsausfällen bei Industrie und Handel. Den Berechnungen zufolge wurde 2016 Ladung aus rund 25.700 LKW entwendet. Damit seien 0,009 Prozent der LKW-Fahrten in Deutschland betroffen. Die Täter schlagen durchschnittlich alle 20 Minuten zu.


Es handele sich um eine qualifizierte Schätzung auf Basis der Anzahl der LKW-Fahrten in Deutschland und der gemeldeten Ladungsdiebstähle. Letztere wurden anhand der Schadenhöhe in vier Klassen eingeteilt. Der gewichtete Schadendurchschnitt wurde auf Basis der Tapa-und GDV-Daten ermittelt. Der Anteil der Schadenfälle je Klasse basiert auf den von der Tapa gemeldeten Schäden.


Dabei zeigt sich: In der Klasse „0 bis 49.999 EUR“ (Schadendurchschnitt von 2795 EUR) treten 68 Prozent der Fälle auf und in der Klasse „49.999 bis 250.000 EUR“ (Schadendurchschnitt von 103.450 EUR) 27 Prozent. Demnach liegt die Schadenhöhe bei 95 Prozent der gemeldeten Diebstähle unter 250.000 EUR. Dies decke sich mit den Erfahrungswerten der Arbeitsgemeinschaft und des Bundesamts für Güterverkehr (BAG). Die Arbeitsgemeinschaft plane die qualifizierte Schätzung durch die Daten des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) und des Deutschen Speditions- und Logistikverbands weiter zu verbessern, heißt es.


Das Vorgehen der Täter sei inzwischen sehr variabel. Es komme zu Diebstählen aus LKW oder Lagerhallen, Raubüberfällen sowie Trickdiebstählen durch Vortäuschen falscher Identitäten. Von den Behörden fordern die Verbände nun „dringend mehr Unterstützung durch einen höheren Fahndungsdruck auf die international und professionell agierenden kriminellen Organisationen“. Die Polizei müsse zudem auf Autobahn-Rastplätzen häufiger präsent sein. Spezialisierte Polizeieinheiten müssten gebildet und Schwerpunktstaatsanwaltschaften eingerichtet werden, um eine effektive und effiziente länderübergreifende Strafverfolgung zu ermöglichen.


Seit Jahren kritisiert wird von Sicherheitsexperten zudem, dass Frachtdiebstähle nicht explizit in der polizeilichen Kriminalstatistik erfasst werden. Dies sei aber die Basis für gezielte präventive und repressive Maßnahmen. Zudem könnten Tatmuster und Tätergruppen effizienter und damit auch schneller entdeckt werden. Darüber hinaus müssten die Behörden nach Ansicht der Verbände die Voraussetzungen für eine bundesweit einheitliche Anzeigenaufnahme schaffen.


Personalmangel bei den Ermittlungsbehörden, schlechte Vernetzung und geringe Spezialisierung verzögerten die Ermittlungen sehr, bemängelt die Arbeitsgemeinschaft. Hinzu kämen unklare polizeiliche sowie gerichtliche Zuständigkeiten. „Zudem finden strukturierte Ermittlungen, wie zum Beispiel durch Überwachungen von Tatschwerpunkten, sowie andere geeignete Maßnahmen nur sporadisch oder gar nicht statt“, heißt es weiter. Die Erfahrung zeige zudem, dass gestohlene Sendungen rasch ins Ausland verbracht werden. Hier sei ein schnelles länderübergreifendes Handeln notwendig.


„Die im Aktionsplan Güterverkehr und Logistik der vergangenen Legislaturperiode bereits enthaltenen Einzelmaßnahmen zur Logistiksicherheit müssen jetzt auch vollständig umgesetzt werden, damit Fahrer und Ladung wirkungsvoll geschützt werden“, fordert der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV). Die Arbeitsgemeinschaft begrüßt zudem die Förderung von Aufwendungen für Maßnahmen zur Vermeidung von Diebstählen durch das BAG im Rahmen des Förderprogramms „De-minimis“.


Quelle:https://www.dvz.de/rubriken/xing-news/single-view/nachricht/ladungsdiebstahl-kostet-wirtschaft-jaehrlich-22-mrd-eur.html?xing_share=news

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